graphic
graphic
graphic
Carsten Cremer
© KAB

Kulturagent*in

Carsten Cremer

Nach dem Studium der Ethnologie und der interdisziplinären Medienwissenschaften in Göttingen forschte Carsten Cremer in den USA und auf den kapverdischen Inseln zu den Themen Identitäten und Migration. Von der Forschung wechselte er dann in die kulturelle Praxis. Gemeinsam baute er mit Verena Cremer ein Büro für Stadtraumentwicklung auf: Das Büro für urbane Kommunikation. Dort konzipierte und leitete er zahlreiche Projekte mit Jugendlichen und Schulen in den Themenfeldern Sozialraumerkundung und (Wieder-) Aneignung des öffentlichen Raums. Carsten Cremer verortet sich als Forscher im Feld der Kulturellen Bildung. In seiner Praxis als Kulturagent sind seine Schwerpunkte die Begleitung und Weiterentwicklung der Referenzschulen, Kooperationen mit Museen und die Verzahnung von Kultureller Bildung mit den Naturwissenschaften.

Was war bisher Dein eindrücklichstes Erlebnis als Kulturagent?

„Obwohl sich die Aufgabenfelder und somit das Profil der Kulturagent*innen im Laufe der letzten acht Jahre verändert haben und neue Arbeitsschwerpunkte gefunden wurden, ist mein eindrücklichstes Erlebnis immer noch eines, das aus dem Kontakt mit Schüler*innen entstanden ist. An der Schule am Staakener Kleeblatt, die ich im Modellprogramm begleitet habe, trafen die beiden Soundkünstler Marc Weiser und Gregor Pfeffer auf Jugendliche, die es zunächst schafften, auf keine Frage zu antworten. Eine Doppelstunde lang. Beim Folgetermin haben die beiden Künstler ebenfalls mindestens 30 Minuten nichts gesagt. Im Anschluss entspann sich eine ehrliche und offene Diskussion über die Institution Schule und wie diese es schafft, Schülerinnen und Schüler verstummen zu lassen. So entstand ein Film über die Schule der Zukunft mit tanzenden Bunkern und einer Zeitreise in Tierkostümen. Zur Realisierung mussten eine Bühnenbildnerin und eine Kamerafrau engagiert werden. Wie bei jeder Großproduktion wurde das Budget gesprengt. Aber alle waren höchst zufrieden.“