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Alfred-Nobel-Schule

Auf einen Blick:

  • AdresseBritzer Damm 164 – 170, 12347 Berlin
  • BezirkNeukölln
  • Kulturagenten-Schule seit2012
  • Aktuelles ProfilSchule im Profil Referenzschule
  • SchulformIntegrierte Sekundarschule
  • Schüler*innenzahl511
  • SchulleitungFabio Ficano
  • KulturbeauftragteYasemin Bülbül-Miersch, Christopher Vogl
  • Websitehttp://www.alfred-nobel-schule.de/

Schule

Alfred-Nobel-Schule

Kunst sollte für alle da sein, ist es aber nicht. Mit dem Vorhaben dies zumindest an der eigenen Schule zu ändern, startete die Alfred-Nobel 2012 ins Kulturagentenprogramm. Für insgesamt zwölf Klassen, den gesamten siebten und achten Jahrgang, wurde im Jahr 2014 eine künstlerische Projektwoche organisiert. Über zwanzig Künstler*innen wurden engagiert. Der Enthusiasmus war groß. Am Ende gab es tolle Ergebnisse, aber einfach war es zunächst nicht. „Um Schüler*innen und Lehrpersonen, die sonst nichts damit zu tun haben, künstlerische Prozesse nahe zu bringen, braucht es eine intensive Vorbereitung und Betreuung“, sagt Christopher Vogl, seit 2014 der Kulturbeauftragte der Schule und seit 2018 auch Leiter der Jugendkunstschule Young Arts Neukölln. Das war bei der Masse an Projekten nicht leistbar.

Das Labor Nobel

Eine intensive Betreuung durch den Kulturbeauftragten und die Kulturagentin, mehrere vorbereitende Treffen gemeinsam mit Lehrer*innen und Künstler*innen und eine anschließende gemeinsame Auswertung: Das gehört inzwischen zu der künstlerischen Projektwoche an der Alfred-Nobel dazu. Es ist ein aufwändiges Vorgehen, es kostet viel Zeit und Geld. „Aber“, sagt Vogl, „nur so macht es Sinn.“ Denn um Schüler*innen, die von sich aus nie ein künstlerisches Angebot wählen würden, Kunst und die dazugehörigen offenen Arbeitsprozesse nahe zu bringen, braucht es das. Daran, ihre Kunstvermittlung auf die Bedarfe ihrer Schüler*innen und auch der Lehrer*innen auszurichten, arbeiten sie an der Alfred-Nobel, seit sie 2015 gemeinsam mit der Künstlerin Mona Jas von der Kunsthochschule Weissensee das Labor Nobel gegründet haben.

Und das mit großem Erfolg. Die künstlerische Projektwoche für alle gibt es inzwischen nur noch für den 7. Jahrgang. Mehr ist es wegen des großen Aufwands nicht leistbar. Ab dem 8. Jahrgang haben die Kinder dann selbst die Wahl – und nicht wenige entscheiden sich für die Kunst. Für 4stündige WP-Theater- oder Film-Kurse etwa. Kombiniert mit den AG-Angeboten kann so bis zu 9 Stunden wöchentlich in künstlerischen Projekten gearbeitet werden. In zum Teil komplexen Forschungsvorhaben, die etwa Biologie, Deutsch und Gesellschaftswissenschaften mit Kunst und Theater verzahnen. Das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. „Es funktioniert, weil der Anfang, weil die Basis stimmt“, so Vogl.

Preis für die Alfred-Nobel

Vogl selbst hat an der Schule einen Filmzweig aufgebaut, der auf unterschiedlichsten Wettbewerben  Preise erhalten hat. Ebenso wie die Foto-AG von Patricia Morosan. Bei den Einladungen zu den Verleihungen, manchmal verbunden mit mehrtägigen Aufenthalten, finden sich die Schüler*innen in gesellschaftlichen Kontexten wieder, zu denen sie sonst keinen Zutritt hätten. „Als Erfahrung ist das für sie genauso wichtig wie das, was sie in den künstlerischen Prozessen erleben“, sagt Vogl. Bei den Verleihungen treffen die Schüler*innen der Alfred-Nobel vorwiegend auf Kinder aus bildungsbürgerlichen Verhältnissen – weil Kunst für alle da sein sollte, es aber nicht ist. Aber das muss eben nicht so bleiben.