Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken! hat Wahlprüfsteine für die Wahl zum 20. Berliner Abgeordnetenhaus am 10. September entwickelt. Letzte Woche wurden diese an alle demokratischen Parteien Berlins versendet, mit der Bitte, sie zu prüfen.
Wahlprüfsteine sind Fragen oder Kriterien, mit denen Verbände oder Organisationen die Positionen von Parteien vor einer Wahl vergleichen. Sie helfen Wähler:innen zu sehen, was Parteien zu bestimmten Themen sagen.
Ziel der Wahlprüfsteine der Initiative Kulturelle Bildung Stärken! ist es, zu klären, wie ihre Empfehlungen und Forderungen in der nächsten Legislaturperiode im Abgeordnetenhaus Berlin eingebracht werden können.
Die Wahlprüfsteine auf einem Blick
1. Thema: Strukturen und Programme stärken und ausbauen.
Nur durch Erhalt und Stärkung bewährter Strukturen können die bestehenden und neu entstehenden
Programme der Kulturellen Bildung weiterhin einen wichtigen Beitrag für eine offene, inklusive und lebendige
Stadtgesellschaft leisten, in der Kinder und Jugendliche Zugang zu kultureller Bildung leisten.
Die Angebote der Kulturellen Bildung tragen wesentlich zur gesellschaftlichen Vielfalt bei, fördern multimodale
Bildungszugänge und ganzheitliches Lernen. Zudem übernehmen sie eine wesentliche Brückenfunktion
zwischen Institutionen aus den Bereichen Bildung und Kultur und erfüllen zentrale Querschnittsaufgaben, die
im Rahmenkonzept Kulturelle Bildung formuliert sind.
- Wie wollen Sie dazu beitragen, dass die Programme der Kulturellen Bildung und deren vielfältiges Angebot in der jetzigen Form stabilisiert und ausgebaut werden? Wie werden Sie für eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung sowie verbindliche Förderstandards sorgen?
- Stehen Sie dafür ein, die im reformierten Zuwendungsrecht angelegte Möglichkeit für mehrjährige und
nachhaltige Förderung auch für die Kulturellen Bildung zu nutzen sowie erfolgreiche Projekte über
Regelfinanzierung zu verstetigen?
2. Thema: Berliner Runder Tisch Kulturelle Bildung BeRuTiKuBi
Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken! lädt seit Oktober 2024 zum Berliner Runden Tisch Kulturelle Bildung in
Kita und Schule (BeRuTiKuBi) ein. Es hat sich gezeigt, dass ein richtungsweisender ressortübergreifender
Austausch der Verantwortlichen aus Senatsverwaltung, bildungs- und kulturpolitischen Fachpolitikerinnen aus den verschieden Parteien zusammen mit den Akteurinnen aus dem Handlungsfeld geführt werden muss, um
voneinander zu wissen, Herausforderungen zu bündeln und in einer gemeinsamen Strategie anzugehen.
- Werden Sie sich dafür einsetzen, dass dieser wichtige Prozess des Berliner Runden Tisches Kulturelle Bildung fortgeführt und mit Ressourcen unterstützt wird? In welcher Form werden Sie diesem Gremium für den Austausch und für die fachliche Begleitung zur Verfügung stehen? Wie werden Sie darüber hinaus die ressortübergreifende, fachspezifische Zusammenarbeit sicherstellen, um beispielsweise die beim BeRuTiKuBi entstandenen Empfehlungen weiterzuentwickeln?
- Inwieweit werden Sie die vom BeRuTiKuBi ausgesprochenen Empfehlungen in Ihre eigene politische Agenda aufnehmen?” (siehe hierzu: https://inkubi.berlin/kategorie/empfehlung/)
3. Thema: Weiterbildung von Pädagoginnen und Kulturschaffenden
Eine zentrale Handlungsempfehlung der Initiative Kulturelle Bildung Stärken! ist es, Qualifizierungs- und Professionalisierungsangebote für Pädagoginnen und Kulturschaffende, die im Bereich der Kulturellen Bildung
tätig sind, anzubieten.
Ziele:
– Pädagog:innen und Leitungen an Berliner Schulen und Kitas dafür zu mandatieren und zu qualifizieren,
kulturelle Bildungsangebote von Kulturschaffenden am eigenen Bildungsort zu initiieren, Angebote
aufzunehmen und deren Umsetzung regelmäßig zu überprüfen.
– ein Fundament dafür zu schaffen, dass Angebote der Kulturellen Bildung in Schulen und Kitas künftig
verbindlich als Tandem-Angebote von Pädagog:innen und Kulturschaffenden durchgeführt werden, wie es das Rahmenkonzept Kulturelle Bildung und das Berliner Tandem-Modell vorsieht (siehe hierzu:
https://www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/kulturelle-bildung/).
- Wie sehen Ihre Pläne hinsichtlich der Professionalisierung und Qualifizierung von Fachpersonal für die
Kulturelle Bildung an Schulen und Kitas aus? - Können Sie skizzieren, in welcher Form Sie sich für einen Ort einsetzen, an dem Professionalisierung und
Qualifizierung gebündelt werden? Welche Rolle spielen BLIQ und SFBB dabei?
4. Thema: Rechtsanspruch
Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken! empfiehlt einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Kulturelle Bildung für alle jungen Menschen in Berlin.
Gerade im Kontext ganztägiger Bildung mit langer Verweildauer von Kindern und Jugendlichen in Institutionen
ist dies besonders wichtig um kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.
- Wie wollen Sie Kulturelle Bildung an Berliner Kitas und Schulen dauerhaft strukturell verankern?
- Wie werden Sie Träger der freien Jugendhilfe bzw. Programmträger wie uns unterstützen, die Berliner
Ganztagsschulen bei diesem Prozess zu begleiten? - Wie werden Sie sicherstellen, dass die Berliner Kita- und Schulaufsicht Kulturelle Bildung fest in ihre
Begleitung aufnimmt, um die Verankerung von Kultureller Bildung an Kitas und Schulen dauerhaft zu
gewährleisten?
Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken!
Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken! ist ein Zusammenschluss, der die Programme der Kulturellen Bildung in Berlin vernetzt, deren Themen sichtbar macht und zum Austausch einlädt. Auch das Programm Kulturagenten für kreative Schulen Berlin ist Teil der Initiative.
Die Programme der Kulturellen Bildung in Berlin tragen seit Jahrzehnten wesentlich dazu bei, die im Berliner Rahmenkonzept Kulturelle Bildung formulierten Ziele zu erreichen. Die Kulturelle Bildung spielt eine zentrale Rolle, um Kindern und Jugendlichen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und die aktive Mitgestaltung einer demokratischen Gesellschaft zu ermöglichen. Unsere Programme sind nicht nur ein wichtiger Baustein für eine ästhetische Weltaneignung, sondern auch für die Umsetzung des Kinderrechts auf Teilhabe.
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