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Kreative Kitas 1.0
(c) dkjs
Die Kinder sollen sich ausprobieren können, sie sollen ihrer Neugier freien Lauf lassen und das künstlerische Tun genießen. 

kreative Kitas

Kreative Kitas 1.0

Kulturagenten*innen nun auch in der Kita

Routiniert packen die Kinder ihre Rucksäcke: Stifte, Block, Frühstücksbox. Jacke und Schuhe an. Schon stehen sie fix und fertig an der Tür. Wie jeden Donnerstag gehen die drei- bis fünfjährigen heute mit ihrer Kitagruppe in das Kunstmuseum im benachbarten Kiez. Dort schauen sie sich Ausstellungen an, werden selbst künstlerisch aktiv und treffen manchmal auch Künstler*innen, die sie mit ihren Fragen löchern können und die sie meistens mit ihrer Expertise beeindrucken. 

In vielen Kitas werden bereits einzelne, kleinere künstlerische Projekte durchgeführt, doch wie lässt sich diese frühkindliche künstlerisch-kulturelle Bildung nachhaltig und strukturell in Kindertageseinrichtungen verankern? Sodass Kunst und Kultur wie in unserer kleinen einleitenden Geschichte zum Alltag der Kinder dazu gehört? 

Wie gelingt kulturelle Bildung in der Kita? 

Seit diesem Jahr unterstützen vier Kulturagentinnen aus dem Programm Kulturagenten für kreative Schulen Berlin auch vier Berliner Kindertageseinrichtungen. Kreative Kitas 1.0 heißt das neue Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Es steht in engem Kontakt zum Netzwerk Frühkindlicher Kultureller Bildung und wird von einer Begleitforscherin wissenschaftlich untersucht. 

Können die Erfahrungen und Strukturen des Kulturagenten-Programms, das seit mehr als zehn Jahren erfolgreich Schulen bei der Entwicklung und Implementierung eines kreativen Schulprofils berät, auf den Bereich der frühkindlichen Bildung übertragen werden? 

Dieser Frage gehen die vier Kulturagentinnen gemeinsam mit den Erzieher*innen und Kitaleitungen der teilnehmenden Einrichtungen nach. Dabei schauen sie genau auf die Gegebenheiten und den Alltag im frühkindlichen Bereich: Welche Formate und welche Taktung passen? Mit welchen künstlerischen Ausdrucksformen kann gut gearbeitet werden? Welche Rolle spielt die Träger-Struktur? Wie viel Personal wird benötigt? Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Künstler*innen und – ganz wichtig – was interessiert die Kinder? 

All diesen Fragen gehen die Kulturagent*innen gemeinsam mit den Erzieher*innen und Leitungen vor Ort in den Kitas nach. Dabei unterstützen die Kulturagent*innen die Kitas bei der Umsetzung künstlerisch-kreativer Projekte, stellen Kontakte zu Künstler*innen und Institutionen her und finden Kooperationsmöglichkeiten. Zusätzlich kommen die Beteiligten in regelmäßigen Kitaübergreifenden Treffen wie zum Beispiel dem Labor Kreative Kita 1.0 zusammen.  

Warum kulturelle Bildung an Kitas? 

Kinder entwickeln in den ersten Lebensjahren grundlegende Wahrnehmungs- und Ausdrucksweisen, die für ihr gesamtes weiteres Leben prägend sind. Kunst und Kultur zeigen schon Kindern im Kita-Alter vielfältige Möglichkeiten, ihr Umfeld wahrzunehmen, es zu erleben und sich zu äußern.  

Kulturelle Bildung – eigenes künstlerisches Handeln genauso wie beispielsweise Museums- oder Theaterbesuche –  trägt so auf besondere Art und Weise zur Entwicklung von Kindern bei. Sie ermöglicht ihnen, an Kultur teilzuhaben, Kunst- und Kulturinstitutionen kennenzulernen sowie ihre Kreativität und Potenziale ganzheitlich zu entfalten. 

Spielerischer und neugieriger  

Stefanie Ippendorf betreut im Kulturagenten-Programm zwei Schulen und begleitet nun außerdem die Evangelische Kita St. Elisabeth. Sie freut sich auf ihre neue Aufgabe: „Wie bei meiner Arbeit mit den Schulen auch, möchte ich hier versuchen, soviel Kunst und so viele Künstler*innen wie möglich in die Kita zu bringen.“ Die Kinder sollen sich ausprobieren können, sie sollen ihrer Neugier freien Lauf lassen und das künstlerische Tun genießen. 

„Ich sehe das Programm als große Chance, in Schulen gibt es klare Zeitfenster, die Arbeit in den Kitas eröffnen uns allen neue Freiräume: Den Künstler*innen genauso wie uns Kulturagent*innen. Auch weil kleine Kinder im Moment lernen. Ich denke, dass sich das auch auf das Programm überträgt, dass es neugieriger wird, spielerischer und mehr im Moment.“ 

Kreative Kitas 1.0 ist ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, steht in enger Verbindung mit dem Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung und wird durch die Bildungslotterie Freiheit+ und die Stiftung Brandenburger Tor gefördert.  

Kulturagenten für kreative Schulen Berlin ist ein Programm der DKJS, gefördert durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin.