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PAM!
© Isis Caroline Pereira de Souza (2021)

10 Jahre Kulturagenten

PAM!

PAM! Pflanzen, Pilze, Menschen, Tiere: Wem gehört die Stadt? – Eine Exkursion über ein Neudenken politischer Rechte in Pankow

Was passiert, wenn in einer Gemeinschaft/einem Ökosystem plötzlich alle Lebewesen eine Stimme haben und mitreden wollen? Welche Rolle spielen Menschen dabei und wie kann das überhaupt funktionieren?  Diesen und weiteren Fragen näherten sich Schüler*innen der Reinhold-Burger-Schule, der Heinz-Brandt-Schule und der Kurt-Tucholsky-Oberschule im Bezirk Pankow.

Ausgangspunkt war ein Besuch des Projekts „Zaunkönige“ auf dem Schulhof der Reinhold Burger Schule, in dem Schüler*innen des Wahlpflichtkurses Urban Gardening mit der Künstlerin Katharina Heilein grüne Brücken über die Absperrung zur benachbarten Brachfläche pflanzten.

Diskussionen zwischen Blattlaus und Marienkäfer
Die Beschäftigung mit Brachflächen wurde zum „grünen Faden“ des Nachmittags und führte uns auf einem performativen Spaziergang mit dem Künstler*innenkollektiv Club Real (Georg Reinhardt, Mathias Lenz). Dabei wurden das Stadtgrün und die Beziehungen zwischen Mensch und Natur auf unterschiedlichste Weise betrachtet und neu gedacht.

An verschiedenen Stationen auf dem Weg  – Baustellen, Kübelpflanzungen, Vorgärten und spontaner Randstreifenvegetation – entstanden lebhafte performative Diskussionen unterschiedlicher Organismenvertreter*innen: die Blattlaus debattierte mit dem Marienkäfer, der Buchsbaum mit dem Zünzler, der Mensch mit einem Bakterium über Formen und Konflikte des Zusammenlebens.

Organismendemokratie als Chance
Der Stadtspaziergang führte uns zum Gelände der Organismendemokratie, einer Grünfläche mitten im urbanen Zentrum des Wedding. Hier haben Vertreter*innen einer Vielzahl von Lebewesen ein eigenes Staatsgebiet ausgerufen,  von Bäumen und anderen Pflanzen über Wirbeltiere, wirbellose Tiere und Pilze bis zu Bakterien und Viren.

Angesichts der zunehmenden Gefährdung der Existenzgrundlagen der Menschen und zahlloser anderer Lebensformen, eröffnet das System der Organismendemokratie die Chance, durch einen grundsätzlichen Politikwandel ein gemeinsames und gerechtes Leben aller Spezies zu ermöglichen. Am Beispiel zweier Lebewesen, die miteinander in Konflikt stehen, probten die Schüler*innen schließlich eigene Dialoge als Vertreter*innen ihrer Spezies.

PAM
Unter dem Akronym PAM verbirgt sich das „Prinzip alles möglich“. Das in Zusammenarbeit mit dem Projekt kollektives lernen (Marco Clausen und Luca Sumfleth) entwickelte Format stellt in unterschiedlichen Orten in Berlin die Frage, wie wir gemeinschaftlich zu einer sozial und ökologisch gerechteren Stadt beitragen. Teilnehmer*innen unterschiedlicher Teilprojekte kommen dabei in Austausch miteinander – und mit Expert*innen, Wissenschaftler*innen, engagierten Menschen und „Nerds“ – im besten Sinne des Wortes. Denn das Lernen für einen notwendigen ökologischen Wandel kann nicht nur in Schulen und Bildungseinrichtungen stattfinden, sondern umfasst die gesamte Stadtgesellschaft.

Urbane Botanik III
Urbane Botanik III – Räume des Gemeinschaffens – stellt die Frage, wer den (Stadt-) Raum gestaltet. Mit künstlerischen Strategien werden Aushandlungsprozesse zu Beteiligung, Selbstwirksamkeit, Zugang und Eigentum initiiert und auf eine Weise mit Themen der klassischen Umweltbildung verknüpft, die Umweltgerechtigkeit mit Fragen der Partizipation und mit einem sozial-ökonomischen Stadtumbau zusammen denkt.

10 Jahre Kulturagenten, 10 Einblicke in das Programm!

2021 hatte das Programm Kulturagenten für kreative Schulen Berlin Geburtstag. Natürlich musste das gefeiert werden: Und zwar nicht nur das Programm selbst, sondern alle, die es mit Leben füllen. Über das Jahr verteilt fanden deshalb 10 Geburtstags-Aktionen statt. Diese finden Sie nun alle hier auf dieser Website unter der Kategorie 10 Jahre Kulturagenten. Liebe Schulen, liebe Künstler*innen, liebe Förderpartner*innen, liebe Freund*innen des Programms: Danke für 10 tolle Jahre und alles Gute zum Geburtstag!!! Außerdem bedanken wir uns für die vielen kreativen Glückwünsche – klicken Sie hier.